Grenzerfahrung "Ruhe"
"Nur wer zur Ruhe kommt kann seine Grenzen spüren." Ein Satz der wie ein Paradoxon klingt, es aber nicht ist. Wer im alltäglichen Hamsterradrennen seine Energie verbraucht, hat kaum welche übrig um darüber nachzudenken, was ihn besonders belastet, wo er an Grenzen stößt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Grenzüberschreitungen nicht wahrgenommen werden. Lässt die gewohnte tägliche Belastung nach, öffnet sich ein riesiges Loch. Es schafft plötzlich Raum die eigene Haltlosigkeit zu spüren, weil Grenzen so weit verschoben wurden, dass man sich in der Leere verliert. Grenzenlos und haltlos zu sein macht aber auch Angst. So oft wir uns vielleicht auch nach Grenzenlosigkeit sehnen, so sind es doch die Schanken innerhalb derer wir uns bewegen die uns letztlich Sicherheit verschaffen.
So wird die von außen herbeigeführte Ruhe, das plötzliche Wahrnehmen von Überforderungen, Überlastung, Leere, Grenzverschiebung und Grenzüberschreitung zur absoluten Grenzerfahrung.