Nach der Sonne ...

Veröffentlicht auf von Szintilla

... kam der Regen mit Gewitter und Sturmböen, ein halber Weltuntergang, der hier heranrollte.

 

es-rollt-was-an.jpg 

Wie das eben passieren kann bei heftigen Temperaturstürzen. Was mich mehr bestürzt als Regen und Gewitter sind die amtlichen Wetterwarnungen. Es sind nicht die Warnungen an sich, sondern die detaillierten Hinweise zu Sturmböen und Gewitter. "Achtung", steht dort zu lesen, "bei Gewitter kann es örtlich zu Blitzschlag kommen und bei Blitzschlag besteht Lebensgefahr. Außerdem kann es bei heftigen Stumböen zu umstürzenden Bäumen, fliegenden Dachziegeln und herunterfallenden Ästen kommen." Ach, nee, welche fundamentale Neuigkeiten. Seit wann weiß man das denn?

 

Sturmboen.jpg

 

Hallo? Entweder hält man uns Bürger inzwischen für total verblödet oder man will schlicht und ergreifend Repressalien (sprich Klagen) vermeiden, weil man bei diversen Unglücksfällen nicht vor möglichen Gefahren gewarnt hat.

Was mich erschreckt ist: Wie weit haben wir uns inzwischen von der Natur entfernt, dass wir explizit vor Blitzeinschlag bei Gewitter und umstürzenden Bäumen, so wie herabfallenden Gegenständen bei heftigem Sturm gewarnt werden müssen? War es nicht früher selbstverständlich davon auszugehen, dass bei Unwettern solche Dinge passieren, ja geradezu dazu fast zwingend dazu gehören?

 

mittags.jpg

 

Das war am frühen Nachmittag und es ist kein schwarz-weiß Foto.

Es wurde so dunkel, dass die Solarleuchten in den Gärten angingen.

 

So wie ich die Hitze und die Sonne mag, mag ich auch Gewitter als natürliches Naturschauspiel, das uns daran erinnern, dass wir eben nicht alles im Griff haben und zum Glück noch nicht alles beeinflussen können. Ich schaue den gigantischen Wolkenbergen, die sich auftürmen und über den Himmel jagen gerne zu und ich höre gern dem Donner zu, wie er heranrollt und wieder abebbt. Ebenso mag ich die Blitze, die mich jedes Mal wieder faszinieren und wenn ich kann stehe ich immer am Fenster und sehe zu. Obwohl ich das alles sehr mag, weiß ich von Kindheit an, dass Gewitter und Sturm Risiken bergen und dass man sich in Acht nehmen muss vor der ungezügelten Kraft der Natur. Egal, ob sie nun Gewitter, Sturm, Vulkanausbruch oder Dürre heißt und ich glaube nicht, dass man ausdrücklich darauf hinweisen muss oder versagt unser Bildungssystem bereits schon hier?

 

 

 

 

 

Werbung

Veröffentlicht in Drüber nachgedacht!

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
F
das war auch ein Schwerpunkt im "Gamuppel" und das zweite Buch, das ja in Arbeit ist, wird noch viel intensiver der Natur und ihren Rhythmen gewidmet- da ich ja, u.a., naturorientierte<br /> Prozessbegleiterin bin, ist dies sozusagen mein tägliches Brot, wenn ich mit Jugendlichen/Erwachsenen arbeite ... nur so krass habe ich es noch nie erlebt- dem Himmel sei Dank<br /> und genauso dankbar bin ich allen Waldkindergärten, Walldörflern, Montessouris und ... auch wenn es nicht die Masse ausmacht- die Masse ist das traurige Thema, nicht wahr?<br /> liebe Grüße<br /> Ulli
Antworten
S
<br /> <br /> Hoffen wir, dass bald ein Umdenken stattfindet.<br /> <br /> <br /> Dein Gamuppel steht immer noch auf meiner Leseliste, noch bin ich nicht bis zu ihm gekommen ... Aber das wird schon noch ...  <br /> <br /> <br /> Liebe Grüße, Szintilla<br /> <br /> <br /> <br />
F
Das sind wahrlich gute Fragen, liebe Szintilla ... dazu passt, dass mir eine Freundin am Mittwoch erzählte, sie unterrichtet in einer Grundschule Tanz, dass sich die Kinder vor ihren (wenigen)<br /> Achselhaaren ekeln, dass für diese barfuß laufen ein Nogo ist, und schon gar nicht über die nackte Erde, weil dort ja die ekligen Regenwürmer wohnen ... jo, die gibt es auch, ist das nicht<br /> schade?!<br /> <br /> herzliche Grüße<br /> Ulli
Antworten
S
<br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Liebe Ulli,<br /> <br /> <br /> dein heutiger Kommentar hier und auch dein Blogeintrag über die Achtsamkeit spiegelt meinen Eindruck wider. Es fängt schon bei den Kleinsten an, dass die Achtsamkeit sich selbst gegenüber, aber auch das Augenmerk auf die<br /> Umwelt und alles was uns unmittelbar umgibt verloren geht, dass sogar schädliche Schwerpunkte gesetzt werden, dein Beispiel mit den Achselhaaren oder die "ekligen" Regenwürmer. Stück für Stück<br /> geht uns die Natürlichkeit verloren.Genau das ist ein Grund mit warum ich in meinen Fantasiegeschichten für Grundschulkinder immer wieder auf das Fühlen der eigenen Eindrücke hinweise, damit sie<br /> lernen Unterschiedlichkeiten wahrzunehmen. Dass sie bewusst wahrnehmen wie sich Regen auf der Haut anfühlt, wie der Wind durch die Haare zaust, dass sie die Natur wieder bewusst spüren, genau<br /> hinsehen und auch sich selbst in diesen Kontext einbeziehen. In meinen Buch, das nun Mitte nächsten Monats erscheint, gibt es zum Beispiel eine Geschichte über einen Barfuß-Pfad, den Soso<br /> letzlich so schön in ihrem Blog beschrieb sowie über das süße Nichtstun (Liegen in einer Blumenwiese oder den Wolken zuschauen) und das man sich dabei gut spüren kann, in dem man seinem Atem<br /> folgt und durch das direkte Drumherum auch Zugang zu den eigenen Gefühlen bekommen kann.<br /> <br /> <br /> Was geht den Generationen von morgen alles verloren, wenn das Gespür für unsere nächste Umgebung und die eigenen Befindlichkeit nicht mehr wahrgenommen wird? Zum Glück gibt es gute Ansätze (z.B.<br /> Waldkindergärten oder Angebote vom NABU) die versuchen dem entgegen zu wirken und ich hoffe das wird mehr werden.<br /> <br /> <br /> Wir können helfen indem wir weitergeben was für uns noch selbstverständlich war.<br /> <br /> <br /> Liebe Grüße in den Sonntagnachmittag, Szintilla<br /> <br /> <br /> <br />
B
Im Prinzip denke ich da ähnlich wie du. Ein ganz normales Gewitter zu beobachten, das ist ein Naturschauspiel. Und warum muss man heute diverse Dinge tun, obwohl einem ja der gesunde<br /> Menschenverstand sagen müsste - das geht nicht, pass auf.<br /> <br /> Im vergangenen Jahr am 30.06. jedoch, da hatten wir ein Unwetter, wie ich es persönlich noch nie erlebt hatte. Wir schauten nach den Unwettermeldungen, vor allem, weil unsere Tochter Spätdienst<br /> hatte und wir beunruhigt waren, ob sie gesund nachhause kommen würde.<br /> <br /> Die Spitzenböen gingen um die 135 km/h. Im örtlichen Waldbad wurde das 50jährige Jubiläum gefeiert mit vielen Leuten. Alle saßen an den Biertischgarnituren unter den großen Bäumen. Dann bekam der<br /> Leiter der Stadtwerke per SMS eine Unwetterwarnung vor extremen Unwetter in unserer Stadt und ließ unverzüglich alles räumen. Das war ein Glück, denn sonst hätten wir etliche Tote gehabt, es<br /> stürzten riesige Bäume auf den Platz, an dem sich eben noch die Festgäste aufgehalten hatten. Eine Krankenschwester aus der Stadt kam bei der Fahrt vom Dienst ums Leben, ein Baum stürzte auf ihr<br /> Auto. Selber wäre ich da sicher nicht mehr nachhause gefahren. Wir hatten 7 Stunden keinen Strom und am nächsten Tag sahen wir das Disaster.<br /> <br /> Gestern nun hatten wir für dieses Mal Glück. Es donnerte und blitzte wohl, und im Nachbargarten feierten ca. 15 Damen einen Geburtstag. Sie blieben sitzen. Manchmal muss ich mich schon wundern.<br /> <br /> Würde einem ja der gesunde Menschenverstand sagen, dass man da den Freisitz besser verlassen sollte.<br /> <br /> Mein Unwetterwarner ist übrigens mein Kater, nach dem kann ich mich richten. Wenn er aufsteht und sich in den Keller begibt, wo er sich genau in der Mitte hinlegt, dann wird es heftig. Bleibt er<br /> bequem oben liegen, dann muss man sich keine Sorgen machen. Altbewährt und jahrelang beobachtet.<br /> <br /> Ach, ich könnt dir noch was schreiben, aber jetzt ist Schluss und gut, dass es bei euch nicht zu schlimm wurde!<br /> <br /> Lieben Gruß, Brigitte
Antworten
S
<br /> <br /> So wie du es schilderst, kam das Unwetter überraschend, das ist wieder eine ganz andere Nummer. Wenn aber, wie heute möglich, schon Tage vorher gewarnt werden kann und wird, dass es<br /> besonders schlimm kommt, kann man Pläne auch ändern.<br /> <br /> <br /> Mir ging es nicht um die Warnungen, sondern darum, dass ausdrücklich darauf hingewiesen werden muss, womit man bei einem Gewitter oder Sturmböen zu rechnen hat. DAS macht mich sprachlos.<br /> <br /> <br /> So einen vierbeingen Unwetterwarner haben wir auch, der verzieht sich dann entweder in die dunkelste Ecke im Bad oder unter das Sofa. Bei uns sah es schlimmer aus als es kam, bisher wurden wir<br /> immer gut verschont.<br /> <br /> <br /> Liebe Grüße, Szintilla<br /> <br /> <br /> <br />
Q
Ganz richtig können solche Warnungen wohl nicht funktionieren, aber einiges liesse sich dadurch vielleicht doch verhindern. So traf der Sturm beispielsweise viele Festbesucher am Turnfest in Biel<br /> mit voller Härte (es gab viele Verletzte, auch schwer Verletzte durch herumwirbelnde Zelte und Gegenstände...), obwohl vorher die Warnungen ausgesprochen wurden, aber mit dieser Wucht hatte<br /> trotzdem niemand gerechnet.<br /> Ach ja, die Wetterphänomene sind schön und grausam zugleich.<br /> <br /> <br /> Liebe Grüsse,zurück aus dem Urlaub,<br /> Brigitte
Antworten
S
<br /> <br /> Ich habe eine Idee warum solche Warnungen nicht mehr funktionieren: Inzwischen sind wir es gewohnt vor allem gewarnt zu werden. Alles wird reglementiert, uns abgenommen, auf alles werden wir<br /> von "amtlichen" Stellen aufmerksam gemacht, selber denken wird zur Ausnahme.<br /> <br /> <br /> Dass es Wetterwarnungen gibt ist wunderbar, so kann man sich drauf einstellen was einen erwartet. Aber warum muss man dann trotzdem auf ein Volksfest gehen? Wenn vor Unwetter<br /> gewarnt wird bleibe ich tunlichst zuhause. So groß kann meine Vergnügungssucht nicht sein, dass ich dann auf ein Volksfest müsste. Es gibt seltsame Phänomene ...<br /> <br /> <br /> Liebe Grüße, Szintilla<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br />
K
bez. der Wetterwarnungen hast du recht, aber wenn ich die Bilder im Fernsehen betrachte wie manche Menschen trotz Überschwemmungen mit Fahrrad unterwegs sind und andere Hochwasser "gaffen" gehen,<br /> da fragt man sich schon ob alle dicht sind ...<br /> <br /> lg<br /> karl
Antworten
S
<br /> <br /> Stimmt, ich verstehe den Katastrophentourismus und die Unvernunft so mancher Menschen auch nicht. Möglichweise ist der gesunde Menschenverstand auf dem Rückzug. Traurig.<br /> <br /> <br /> Liebe Grüße, Szintilla<br /> <br /> <br /> <br />