Sonnenblume

Veröffentlicht auf von Szintilla

Die Sonnenblume möchte dich begrüßen,
dieweil sie sich so gern zur Sonne wendet.
Nur steht zur Zeit sie noch zurückgewiesen;
doch du erscheinst und sie ist gleich vollendet.
 
Johann Wolfgang von Goethe
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Sonnenblume

Wenn schon keine Sonne am Himmel, dann wenigstens eine Sonnenblume bis zur Dachkante.

Veröffentlicht in Sinn-Spruch, Flora, Sonnenblume

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I
Die Sonnenblume meint:<br /> <br /> Weil ich so einsam bin,<br /> hab ich so viele Blüten.<br /> So verlassen wir das Haus,<br /> dessen Eingang wir behüten.<br /> Wir wachsen hoch hinaus,<br /> bis wir das Licht erblicken.<br /> Wir streben höher, immer höher<br /> und plötzlich ist sie da -<br /> die Sonne, welch Entzücken!<br /> <br /> **<br /> <br /> Sonnenblume werde ich genannt,<br /> unendlich muss ich wachsen<br /> an dieser hohen Wand.<br /> Sonst kann ich sie nicht sehen,<br /> nach der ich hier benannt.<br /> <br /> <br /> Liebe Szintilla, bin Micha's Mama und lese auch ab und an in Deinem Blog. <br /> <br /> Liebe Grüße: Irene
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S
Liebe Irene,<br /> <br /> vielen lieben Dank für deine schöne Zeilen. Ja, die Sonnenblume streckt sich so lange bis sie ihr Gesicht der Sonne<br /> zuwenden kann. Nehmen wir uns ein Beispiel und wachsen bis wir unsere volle Größe erreicht haben, auch gegen allen Widerstand.<br /> <br /> Danke fürs Mitlesen und Kommentieren.<br /> <br /> Alles Liebe und Gute<br /> Szintilla<br /> <br />
M
Liebe Szintilla,<br /> Muss noch was loswerden:<br /> <br /> Ich wollte unmittelbar nach der Lektüre des Vierzeiler-Gedichts sogleich eine kleine kritische Frage stellen, hielt dies aber sofort für Majestätbeleidigung. Dann jedoch las ich, dass nicht Du der Autor bist. Sondern bloß Goethe.<br /> Also die Frage: Seit wann spricht man sowohl "begrüßen" als auch "zurückgewiesen" jeweils beides mit hartem oder weichem s?<br /> <br /> Liebe Grüße: Kunibert Klugschei....- mit hartem s!
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S
:-) Ich käme niemals nich auf die Idee begrüßen und zurückgewesen als Reim zu verwenden, aber der liebe Herr Geheimrat hat entweder dichterische Freiheit ausgelebt oder die Sprache hat sich seit seiner Gedichtschreibung so verändert. Wer weiß das schon so genau, ob jedes Wort, das heute von ihm geschrieben sein soll, auch wirklich wortgetreu so von ihm geschrieben wurde. Das Original habe ich noch nicht gesehen.<br /> Zurzeit lese ich grade "Die Elexiere des Teufels" von E.T.A, Hoffmann und stolpere ständig über seltsame Worte wie z.B. Gebürge, statt Gebirge. Sprache ist lebendig und verändert sich und man Altes kommt uns heute seltsam vor. <br /> <br /> Gute Nachtgrüße<br /> Szintilla
M
Die schöne Sonnenblume trinkt mit ihren Füßen -<br /> genannt auch Wurzeln, die sich tief durchs Erdreich winden.<br /> Aus Daches Traufe lässt die Pflanze sich begießen -<br /> Ist auch kein Leck darin zu seh'n, es wird sich finden.<br /> <br /> Dies dient dem Bad, dass sie zu nehmen, sich entschieden,<br /> derweil die Wässerchen im Sog nach oben rinnen. <br /> Sie macht mit unbequemem Standort ihren Frieden:<br /> Am kühlen Nass sich labend äußerlich und innen...<br /> <br /> Liebe Grüße: Micha
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S
Ach ja, mit den Rügen muss man umgehen lernen. Mir ist das inzwischen ziemlich egal, Hauptsache ich bin mit mir im Reinen und wenn was nicht passt ist das eben dichterische Freiheit. :-)<br /> <br /> Lieben Gruß<br /> Szintilla
M
Ja da könntest Du recht haben. Seit Goethes Zeiten 1749-1832 glaub ich - haben sich womöglich die Aussprachen verändert. Über dies mag es sein, dass sein gewählter Reim-Rhythmus in 1. Und 3. Zeile keine gleichlautenden Endungen forderte, waren halt nur zufällig ähnlich. War mir auch schon mal so ergangen, man rügte dann dezent meinen etwas misslungenen Reim...<br /> <br /> Liebe Abendgrüße: Micha
S
Wie schön, du hast ihre Motivation gefunden, sich an diesem Ort niederzulassen. :-)<br /> Das gefällt mir, was du ihr an Gedanken zuschreibst.<br /> <br /> Lieben Gruß<br /> Szintilla<br />