Stressmomente

Veröffentlicht auf von Szintilla

Endlich hatte ich mich dazu aufgerafft in die Innenstadt zu fahren, um den Drucker, der schon seit Tagen nach einer neuen schwarzen Patrone schreit, zu befriedigen. Immer wenn ich krampfhaft versuchte die letzten Tropfen, mit schütteln und shaken, aus ihm herauszupressen, damit ich endlich den "Monatsende-Schriftverkehr" erledigen konnte, dankte er es mir bei den ersten Zeilen mit einen satten Schwarz, um dann sanft in hübsches Grau überzugehen und bei Geheimschrift in weiß zu enden.
Ich weiß schon warum ich diese Fahrt in die Stadt so lange vor mir herschob. Nichts ist für mich stressiger als mich durch ein Menschengetümmel zu schieben, zu schubsen oder zu drängeln. Mal ganz davon abgesehen ist das Einkaufen ohnehin etwas das ich nicht mag. Warum tut man sich dies Getümmel freiwillig an? Ist es der Herdentrieb? Sind wir Menschen wie die Lemminge, wenn einer sich über die Klippe stürzt müssen die anderen hinterher? Es können doch nicht alle Menschen, die sich heute auf den Rollbändern und -treppen, vor den Läden und an den Kassen sammelten ausgerechnet heute dazu gezwungen gewesen sein Druckerpatronen oder ähnliches kaufen zu müssen, oder doch? War nicht gerade erst Weihnachten? Sind wir nicht gerade mit Konsumgütern aller Art versorgt worden?                                                              
Na, vermutlich aber mit den Falschen die jetzt umgetauscht werden müssen oder es sind die Gutscheine die sofort eingelöst werden müssen, bevor es in den Läden nichts mehr ein- oder umzutauschen gibt...

Wieder hab ich was gelernt, nämlich das die Druckerpatrone im kommenden Jahr auch auf der Reserveliste steht die Anfang Dezember abgearbeitet wird, um nicht noch mal in die Verlegenheit zu kommen zwischen den Jahren in die Innenstadt zu müssen. Der Stress die täglichen Gebrauchsgüter zu besorgen der reicht mir in dieser Zeit vollkommen.
Etwas Gutes hatte die ganze Sache aber auch, ich hab mal wieder in den Auslagen der Geschäfte gesehen was ich so alles nicht brauche und mich darüber gefreut. Und dann war da noch der ungläubige Moment des Staunens, als ich sah das der Benzinpreis seit x-Jahren das erstmal wieder unter einem Euro lag. Ärgerlich nur, dass ich vor Weihnachten noch für 1.069 € voll getankt hatte und vielleicht grad mal 3l am gesamten Fassungsvermögen meines Tankes fehlen.   Sollte ich mir drei 20l Kanister zu legen, nur für den Fall, dass das ein kurzfristiges Vergnügen ist? Oder sollte ich mich morgen ins Auto setzen und den ganzen Tag Besuche erledigen, damit ich vielleicht morgen Abend noch in den Genuss komme den halbenleeren Tank wieder zu sensationellem Spritpreis zu füllen. Aber bei meinem Glück steht da morgen Abend "Ätsch" auf den Zapfsäulen und 1.129€. Also lass ich das lieber und genieße die ruhigen eigenen vier Wände, lesenderweise... zum Beispiel mit Margit Schönberger "Don't worry, be fifty" Untertitel - Plötzlich bist du 50 - und die Welt ist voller Möglichkeiten.
Wer weiß welche Möglichkeiten ich da noch entdecke und zum Jahreswechsel in die

"Gute Vorsatzliste" mitaufnehmen kann...

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Veröffentlicht in Allerlei

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