Geräuschverschmutzung
Heute ist der internationale Tag gegen den Lärm.
Das Motto diesmal: "kostbare Ruhe - teurer Lärm"
Laut der TKK hat jeder vierte Deutsche Hörprobleme, 3 Mio. Menschen in Deutschland leiden unter Tinnitus und jedes Jahr kommt eine 1/4 Mio. Betroffener neu hinzu.
Straßenlärm, sowie Fluglärm nehmen immer weiter zu und auch so manche andere Geräuschkulisse beeinträchtigt nicht nur das Gehör, sondern ganz allgemein die Gesundheit.
Menschen unterwegs sind verstöpselt und verkabelt und kriegen die Welt nur noch optisch mit, denn was sie hören ist nicht die reale Geräuschkulisse ihre Umwelt, sondern irgendeine Backgroundmusik. Sie erleben ihren Tag wie einen Stummfilm mit musikalischer Untermalung. Entgeht ihnen nicht ein wichtiges Stück Realität, wenn sie Tag für Tag so durch den Alltag laufen? Wird die nächste Generation zur Generation Knopf im Ohr?
Am vergangenen Sonntag rollte eine sehr große Fahrradgruppe durch unser Dorf. Viele von den Radfahrern hatten ein Radio dabei, das lautstark irgendein Gedudel von sich gab. Warum, fragte ich mich, fährt man innerhalb einer Gruppe, an einen herrlichen sonnigen Sonntag durch wunderschöne dörfliche Landschaft, wenn man sich dabei mit Beats aus der Konserve zudröhnt?
Ich muss gestehen, das ist mir unverständlich, sowie auch eine ständige Beschallung bei mir nicht an der Tagesordnung ist. Radio höre ich, wenn überhaupt, nur im Auto und Musik nur ganz gezielt je nach Stimmung. Ich mag die Stille, das Ticken einer Uhr, das entfernte Bellen eines Hundes, durch das geöffnete Fenster hereindringenden Vogelgesang oder Kinderlachen.
Wann immer es geht suche ich die Ruhe und versuche der alltäglichen Lärmbelästigung zu entgehen. Nichts stört mich so sehr wie Lärm dem ich nicht entgehen kann. Was aber ist Lärm? Das ist ganz einfach Lärm hat für mich nicht unbedingt etwas mit Lautstärke zu tun, ein Brandungstosen kann trotz seiner Lautstärke wunderbar sein, auch lautes Regenprasseln kann sich wundervoll anhören. Lärm aber ist für mich jedes Geräusch das mich stört, das kann auch die Kleine Nachtmusik sein, wenn ich dafür grade nicht in Stimmung bin.
Mittlerweile wirkt sich der Lärm auch in den Ozeanen aus, denn die "Geräuschverschmutzung" durch große Schiffe und durch Bohrinseln steht in dem Verdacht an der Desorientierung von Meeressäugern zu einem Teil mitverantwortlich zu sein.
Ich komme in der Regel ganz gut ohne zusätzliche Beschallung aus und liebe es in aller Ruhe zu arbeiten und dabei den eigenen Gedanken in der Stille zuhören zu können.
Als ich vor vielen Jahren mal staubsaugend durch das Kinderzimmer meines damals vierjährigen Sohnes lief, sagte er zu mir: "Mama, sei doch mal leise, ich kann mich gar nicht denken hören!" Die Weisheit des Kindes ...
Ein Tag gegen den Lärm hilft vielleicht die Aufmerksamkeit bewusst darauf zu lenken mal wieder etwas mehr Ruhe in den eigenen Alltag zu bringen und vermehrt der Natur zuzuhören.