Spontaner Waldlauf

Veröffentlicht auf von Szintilla

Mittwochmorgen - Nebelschwaden zogen vorm Fenster vorbei -

 noch war alles still im Haus und auf der Straße. Ich mag diese friedliche Stimmung,

den ersten Kaffee in der Hand, dabei aus dem Fenster über die Weiden schauen.

Schemen erahnen, sich verändernde Konturen und auflösende Formen beobachten.

Nicht denken, noch nicht - nur schauen, fühlen.

 

dunstig.jpg

 

Unterbrochen wurde diese Ruhe vom Gekrächze der Krähen, die im großen Schwarm über der Weide kreisten.

Wie schwarze dunkle Schatten aus dem Nebeldunst geboren, um kurz darauf wieder in ihm zu verschwinden.

Unsichtbar werden, aber hörbar bleiben.

 

Novembermorgen-2.jpg  

Der Tag begann gut und versprach noch besser zu werden.

 

Novembermorgen 1

 

Und weil er so herrlich golden wurde, habe ich nach einem Termin am frühen Morgen spontan einen Waldlauf

unternommen. Schon auf dem Weg nach Hause, disponierte ich um

und da ich selten spontan bin, gehört jetzt ein rotes Kreuz auf den Kalender gemalt.

 

kurze Rast   

Direkt am Waldsaum lud mich diese Bank zum Verweilen ein,

 aber ich wollte rein in den Wald und nicht vor ihm sitzen bleiben.

Mistelschmuck.jpg

Mistelschmuck-2.jpg

  Der Himmel war strahlend blau, die Luft würzig klar.

Aufrecht, stolz und unbeugsam stehen die Stämme der Waldriesen im Herbstgold.

 kerzengerade 

Sie tragen ihren aufgedrückten kugeligen Mistelschmuck klaglos. 

Eichenlaub leuchtete intensiv in der Sonne.

  Farbrausch

 

Eine halbe Stunde war ich umgeben von Vogelgezwitscher und Blätterrauschen.

 Es raschelte unter meinen Füßen, etwas huschte durchs Unterholz.

Ungewöhnlich friedlich diese ganz andere Welt, anders als die, in der ich mich sonst um diese Zeit aufhalte.

 Wald Hohenh. 

Ein bisschen beschlich mich das schlechte Gewissen, ich sollte jetzt eigentlich ...

 Es verflüchtigte sich schnell.

Dennoch konnte ich nicht lange bleiben, ein weiterer Termin drängte, mahnte mich zum Aufbruch.

Wieder vorbei an der Bank, auf der ein Blatt Platz genommen hatte.

   Bankblatt

 

Letzte Rast bevor es im Blättermeer untertaucht, ein letztes Sonnenbad.

Ein letztes Mal von der Sonne geküsst.

Ich leistete ihm Gesellschaft, blieb, ein paar Minuten noch bevor ich mich vom der Rest des Tages verschlingen ließ.

 

Fundstucke.jpg 

Dem Kater zur Freude hatte ich zwei Fundstücke mitgebracht ...

Verzuckung-2.jpg  Verzuckung.jpg 

... die ihn in seltsame Verzückung versetzten. Er kratzte, rieb, rollte und hatte offensichtlich großes Interesse daran.

 

  Erkenntnis des Tages:  Ich sollte öfter mal spontan sein. 

 

 

 

 

 

 

Werbung

Veröffentlicht in sinn-lich

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
G
<br /> Für meine Wald- und Wiesentouren sorgen vier Pfoten, denen kein Gang spontan genug sein kann. Bei solch sonnigen Aussichten aber brauchts keinen Hundgrund um die Natur zu erobern.<br /> <br /> Blätterraschelgruß :-)<br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> Mir tät es gut wieder einen Hund zu haben der mich ein wenig durchs Gelände scheucht. Ich schätze, dann wär ich öfter unterwegs. *mbg*<br /> <br /> <br /> Ich raschle mal buntblättrig zurück, Szintilla <br /> <br /> <br /> <br />
Q
<br /> So einen wundervollen Guckindielufttag hattest du! Man spürt das aus jeder Zeile und aus jedem der schönen Bilder!<br /> Liebe Grüsse zum 11.11.11 -<br /> Brigitte<br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> Bei dem Wetter sind Guckindielfttage (übrigens ein schönes Wort) nicht schwer zu finden, nur in die Luft gucken muss man sich von Zeit zu Zeit gönnen. Aber mit dem sich selbst was gönnen<br /> können hapert es oft.<br /> <br /> <br /> Dir einen schönen Schnapszahlentag.<br /> <br /> <br /> Liebe Grüße, Szintilla<br /> <br /> <br /> <br />