Eine tolle Erfahrung
Eine Nähkästchen Plauderei ...
... oder besser gesagt: Ein Schreibstübchengeflüster
Bücher schreiben ist nicht schwer, Verlage finden aber sehr. Vor genau 15 Jahren im Sommer, so um diese zeit, habe ich begonnen die ersten Manuskripte an Verlagshäuser zu schicken. Und obwohl ich das Manuskripteinsenden nur sporadisch verfolgte, ist inzwischen ein Ordner mit nett formulierten Absagen voll. Absagen, die sich auf so wundersame Weise ähneln, dass man schon an geheime Absprachen der Verleger denken könnte, unbekannte Autoren unter allen Umständen auch unbekannt zu halten. Wenn man als unbekannter Autor sein Manuskript an bekannte Verlage schickt, ist die Absage so gut wie sicher. Leichter haben es sicher bekannte Autoren, die ihre Manuskripte an unbekannte Verlage schicken. Sie warten auch bestimmt keine 20 Monate auf eine Absage. Kam mir doch kürzlich die Absage eines Verlags ins Haus geflattert von der ich gar nicht mehr wusste, dass ich mich dort mit einem Exposè beworben hatte. Gut, dass ich noch dort wohne wo ich wohnte, als ich es losschickte, sonst wäre es jetzt vermutlich auf einer Odyssee durch die Republik. Inzwischen habe ich gelernt und schicke unaufgefordert keine Manuskripte mehr an Verlage. Das erspart mir und den Verlagen eine Menge Zeit und Arbeit.
Natürlich hätte ich als veröffentlichungswillige Autorin gute Chancen bei allen Druckkostenzuschussverlagen oder auch bei Druckkostenvorschussverlagen, wie sich einige nennen, um sich damit von den Druckkostenzuschussverlagen abzugrenzen. Sie rühmen sich mit dem Anspruch nur einen Vorschuss zu erheben, der sich beim Buchverkauf mit dem Honorar wieder ausgleicht, aber ... , ob es dort jemals zu einem Buchverkauf kommt steht in den Sternen. Durch das Risiko der finanziellen Belastung und durch den „Leidensweg" einiger Bekannter vorgewarnt (von denen der eine oder andere prozessierte) nahm ich Abstand von all diesen Verlagsformen und versuchte es weiter bei den bekannten Verlagen, von denen ich glaubte mein Manuskript passe in das Angebot. Im Laufe der Jahre musste ich feststellen, dass meine Meinung darüber was ins Verlagsprogramm passt und die Meinung des Verlages oft ganz und gar nicht übereinstimmte. Aber gut, als Autor/in ist man Produzent einer Ware, einer geistigen Ware, die man in be-und (an-)greifbare Form bringt. Für Waren aller Art gibt es Händler und bestenfalls auch Käufer. Manche Waren brauchen Vermittler zwischen Erzeuger und Händler und weil ich mein Buch nicht selbst zusammenkleben und einzeln in jede Buchhandlung tragen kann, um es feilzubieten, brauche ich einen Vermittler. In diesem Fall also einen Verlag, weil aber nun Vermittler einer Warengattung am besten wissen was sich wie, wo und wann verkaufen lässt - sie sind prozessbedingt näher am Kunden als der Erzeuger - ist es auch eine beiderseitige Vertrauenssache. Der Vermittler muss dem Produkt vertrauen, das er an den Kunden bringen will und der Erzeuger dem Händler, dass er schon weiß was er tut.
All die, in den vergangenen Jahren, geschriebenen Exposés, die mit ihren reizend formulierten Absagen nun ihr karges Dasein in der Ablage fristen, waren letztlich nur der Weg zum Ziel. Denn vor wenigen Monaten war ich mit einem Manuskript zur richtigen Zeit beim richtigen Verlag und statt einer, durch die Erfahrungswerte, erwarteten Absage, erhielt ich eine Zusage. Wie das so ist im Leben, findet aber auch ein blindes Huhn einmal ein Korn.
Die letzten Monate waren eine aufregende und spannende Zeit, die Dank einer wunderbaren, komplikationslosen und sehr angenehmen Zusammenarbeit auch viel Freude machte.
Nun läuft der Countdown zur Veröffentlichung und es dauert nicht mehr lange bis meine Fantasiereisen (für Kinder im Grundschulalter) zu lesen sein werden. Mehr von den zwei Kobolden und dem Wolkendrachen erzähle ich in der nächsten Woche ...