Vom Sterne pflücken ...
Jetzt hab ich ein "ganz einfaches" Rezept zum Sternepflücken zu Ende gelesen und kann nun mal sehen wie ich das hinkriege. ... das mit dem Sternpflücken. :-)
Alles klingt ganz logisch, die praktischen Beispiele sind nachvollziehbar, die Fallen, die Günther, der innere Schweinehund, uns stellt sind erkannt und enttarnt, was bleibt sind nur die "falschen" Muster die tief in uns drin stecken und sich, im Laufe der Jahre, einen stabilen Stand geschaffen haben.
Muster und Glaubenssätze, die wir vielleicht seit der Kindheit mit uns herumschleppen. Da sind beispielsweise Sätze in uns wie: "Ich bin dafür verantwortlich das alles läuft!" - "Wenn ich das nicht alles im Griff habe, versinkt meine Welt im Chaos!" - "Das schaff ich ohnehin nicht!" - "Dafür hab ich nicht genug Grips!" oder "Ich hab zu wenig Geld oder zu wenig Zeit!"
Beim ersten Lesen solcher Sätze drängte sich sofort die innerliche Verneinung, eine vehemente Protesthaltung auf: "Solche Glaubenssätze hab ich doch inzwischen alle ausgeräumt!" - Habe ich das wirklich? Es lohnt sich genauer hinzugucken, ob da nicht doch noch was im Keller schlummert, was durch Alltagsarbeiten und Alltagsgedanken überlagert wird.
Wie ist das mit den Träumen, mit den Sternen, habe ich wirklich zu wenig Geld für meinen ganz bestimmten Wunsch? Gibt es keinen anderen Weg, als den kostspieligen, direkten, geraden Weg zu meinem Traumziel zu kommen? Vielleicht gibt es etwas ähnliches, dass ich tun kann und das mich dann letztlich doch dorthin bringt wohin ich will.
Oder wie ist das mit der Zeit? Habe ich wirklich nicht genug Zeit, für das, was ich mir so sehr wünsche?
Barbara Berckhan beschreibt es sehr gut, jeder hat die gleiche Menge Zeit. Jedem stehen an jedem Tag 24 Stunden zur Verfügung, für jeden hat die Woche sieben Tage und das Jahr 12 Monate. Niemandem wird davon Zeit gestohlen. Ich habe keine Zeit heißt also nicht, dass wir zu wenig Zeit haben, sondern nur das wir unsere Zeit schlichtweg mit anderen (wichtigeren!?) Dingen verplant haben. Wer aber hat diese Zeit verplant? Wir selbst. Wir ganz allein machen unsere Termine, legen fest mit was oder wem wir unsere Zeit füllen. Das bedeutet im Rückschluss, dass wir auch in der Lage sind, ANDERE Termine zu machen, Prioritäten anders zu setzen, Zeit für unseren Wunsch, unser Ziel und unsere Vision freizuschaufeln. Meist kommt jetzt ein: "Ja, aber ..., ich muss doch ..." Genau jetzt kommen die falschen Glaubenssätze aus dem Keller gestürmt. Wir setzen die Prioritäten und wenn diese auf "Ich muss doch erst dies oder das ..." liegen, wann ist dann unsere Sternenpflückzeit? Am nächsten Wochenende? Im nächsten Jahresurlaub? Wenn wir endlich in der Rente angekommen sind? Auf die Art und Weise schieben wir unser Ziel immer weiter raus, verlieren es vielleicht am Ende sogar aus den Augen, weil sich mit der Zeit ein neuer Glaubenssatz in uns breit macht, der da heißt - "Ich schaff das ja doch nicht!" Vielleicht kommt auch von außen ein: "Du spinnst ja!" oder "Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass das funktioniert?" Das alles kann uns daran hindern, das zu tun was wir uns erträumen.
Wenn wir Visionen haben, uns einen Traum erfüllen wollen, dürfen wir ihn uns nicht von Äußerlichkeiten vermiesen lassen. Wir müssen voll und ganz hinter dem Wunsch stehen, ihn verteidigen, im Auge behalten und Wege suchen ihn in die Realität zu bringen. Wir selbst lenken uns in die richtigen Bahnen, in dem wir Führungsqualitäten entwickeln. Führungsqualitäten werden nicht nur gebraucht, um andere zu führen, um "Chef zu sein", sondern in erster Linie, um sich selbst zu führen, sein großes Ziel zu verfolgen. Viel zu oft lassen wir uns dabei vom Weg abbringen, durch vermeintliche Wichtigkeiten. Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen wichtig oder dringlich.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es mir mühelos gelingt im Alltag Zeit zu finden für Dinge/Termine die mir wirklich am Herzen liegen, dass es für mich kein Probem darstellt einen geschäftlichen Termin (selbst wenn es mit einem materiellen Verlust einhergeht) für einen mir wichtigen, privaten Termin zu verschieben oder ausfallen zu lassen. Zeit zu haben ist eine Frage der Prioritätensetzung, wenn wir also glauben zu wenig Zeit oder Geld zu haben, sollten wir uns unsere Prioritätenrangliste einmal genauer anschauen. Vielleicht steht dort nicht an erster Stelle was wir wirklich wollen, uns wünschen, sondern das, was wir glauben (für andere) tun zu müssen.
Wer seinen Wunschtraum genau kennt, dran bleibt sein Ziel zu erreichen, seine Vision aufrecht hält und ihr die Priorität einräumt die ihr als Herzenswunsch, als Traumziel gebührt, hat sicherlich einige Chancen mehr seinem erklärten Ziel auch nah zu kommen, es gar zu erreichen. Wege zu den Sternen gibt es immer, manchmal sind sie kürzer und manchmal eben auch länger, was aber nicht bedeutet das wir den Weg zu ihnen aufgeben müssten.
Das Buch von Barbara Berckhan "Lieber das Blatt wenden, als im Frust enden!" ist wirklich eines der besten Motivationsbücher, das ich in den vergangenen Jahren gelesen habe.
Sternenpflückzeit ist also immer, man darf seinen Stern nur nicht aus den Augen verlieren.